EUxUS - Reiseberichte aus Europa, den USA und weltweit

Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, war mein Entdeckungsziel 2007, das heißt ich war noch nie dort, aber hatte oft den Wunsch, es zu besuchen. Am Mittwoch, den 13.6.2007, war es nun soweit.

Twin City Liner, das Schnellboot zwischen Wien und Bratislava

Twin City Liner am Wiener Schwedenplatz, das Schnellboot nach Pressburg

Eigentlich wollte ich mit dem Schnellboot hinfahren, aber es war ausgebucht und erst Wochen später hätte es freie Plätze gegeben, also habe ich den viel preiswerteren Zug gewählt. Ich wollte herausfinden, ob es sich für deutsche Touristen lohnt, vom Wienbesuch einen Tag für Bratislava zu reservieren. Die Antwort findet man dann am Ende dieses Berichtes.

Bratislava Hauptbahnhof (Hlavná stanica)

Bratislava Hauptbahnhof (Hlavná stanica)

Wien und Pressburg  verstehen sich als Zwillingsstädte. Vom Vatikan einmal abgesehen sind keine zwei anderen EU Hauptstädte so nahe wie diese doch etwas ungleichen Schwestern (Wien hat 4 mal so viele Einwohner!), nur 60 km Luftlinie trennen die beiden. Zur Kaiserzeit gab es sogar eine Lokalbahn, die Pressburger Bahn, die beide Städte verband.

Heute teilen sich Wien und Bratislava vor allem die Flughäfen und natürlich die Donau. Die Slowakei ist inzwischen (2009) ein Schengen Staat und auch Euroland. Man muss also keine Passkontrollen über sich ergehen lassen und auch kein Geld mehr umtauschen.

Dr. Otto Buchegger aus Tübingen, der Autor dieses Berichts

Dr. Otto Buchegger aus Tübingen, der Autor dieses Berichts

Mit dem Zug fährt man (noch) vom Wiener Südbahnhof ab, in 70 Minuten ist man dann in Bratislava hl, dem Hauptbahnhof im Nordteil der Stadt. Das Schiff braucht genau so lange, aber sicherlich ist die Fahrt etwas aufregender als die eintönige Zugsfahrt durch das sehr flache Marchfeld.

Auch diese Schiffahrt hat Nachteile, wie ich von anderen Schnellbootfahrten weiß. Man kann nur bedingt nach außen, weil der Fahrtwind sehr stark ist und auch der starke Wellenschlag verleitet doch eher zum Verweilen in den gut gepolsterten Sitzen. Dafür ist die Einfahrt in die beiden Städte sehr viel schöner und man ist gleich im Zentrum, sowohl in Wien, wie auch in Pressburg. Je nach Fahrt ist der Preis dafür auch fast viermal so hoch!

Endstation der Linie 13 am Hauptbahnhof in Bratislava

Endstation der Linie 13 am Hauptbahnhof in Bratislava

Ich habe gleich am Bahnhof Geld umgetauscht. 20 Euro wollte ich ausgeben und das hat auch für die Eintritte und ein gutes Essen gereicht. Der Geruch am Hauptbahnhof hat mich doch sehr an den früheren Ostblock erinnert. Ich habe übrigens nie herausgefunden, wodurch er entsteht. Ist es die Braunkohlenheizung oder sind es spezielle Reinigungsmittel? Sowohl in Ostberlin, wie auch in den anderen sozialistischen Staaten war er typisch, in Bratislava gibt es ihn noch heute.

Mit der Straßenbahn Linie 13 bin ich ins Zentrum gefahren (das Bratislava Ticket der Bahn hat auch fürs lokale Verkehrsnetz gegolten). Wer gut zu Fuss ist, kann diese Distanz auch gehen, aber ich habe meine Kräfte geschont, denn es war sehr heiß.

UFO, Aussichtsplattform und Restaurant am rechten Donauufer in Bratislava

UFO, Aussichtsplattform und Restaurant über der SNP Donaubrücke in Bratislava

Meine Tochter, die viel beruflich in Bratislava zu tun hat, hat mir den Besuch des UFOs empfohlen, von dort hätte man den besten Überblick auf die Stadt.
Das habe ich auch gemacht, aber der Anmarsch über die Donau unter der belebten Stadtautobahn ist nicht gerade angenehm. Wer Angst hat, wenn alles schwankt lässt es lieber bleiben und geht dafür auf die Burg hinauf.

Bratislavský Hrad, die Pressburger Burg, am linken, nördlichen Donauufer

Bratislavský Hrad, die Pressburger Burg, am linken Donauufer

Die Donau in Bratislava

Die Donau (Dunaj) in Bratislava

Die Sicht von Aussichtsplattform und Restaurant ist fantastisch, aber sie offenbart auch die Probleme und Bausünden der Stadt aus sozialistischer Vergangenheit.

Ausblick vom UFO nach Norden, die Stadtautobahn durchschneidet die Altstadt

Ausblick vom UFO nach Norden, die Stadtautoban durchschneidet die Altstadt

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Ausblick nach Süden

Das Parlament der Slowakei westlich der Burg

Das Parlament der Slowakei westlich der Burg

Für die meisten Touristen interessant ist nur die Altstadt. Hier gibt es viele schon bestens renovierte Plätze, Straßen, Ecken und Winkel, viele   Botschaften und unzählige Cafés und Restaurants. An manchen Bauten wird noch gearbeitet, einige Wege sind schwer zu begehen. Wer trotzdem in kurzer Zeit viel sehen will, nimmt sich eine der kleinen Touristenbahnen, die die Stadt durchkreuzen und auch auf die Burg hinauffahren.

Touristenbahn in Bratislava

Touristenbahn in der Altstadt von Bratislava

Am Donaukai liegen sehr viele Flusskreuzfahrtschiffe, sie scheinen die meisten Touristen in die Stadt zu bringen. Es liegt auch nahe, hier einen Stop zu machen. Mit Schiff und Touristenbahn ist Bratislava auch eher seniorenfreundlich, ansonsten muss man doch sehr auf die Beschaffenheit von Wegen und Stufen achten.

Nördlicher Donaukai in Bratislava

Nördlicher Donaukai in Bratislava

Das generelle Prädikat "Seniorenfreundlich" kann ich allerdings nicht verleihen, es fehlt auch hier, wie in vielen anderen Städten, an öffentlichen Toiletten bzw. an deren Beschilderung. Da könnte man von der Zwillingsstadt Wien viel lernen, dort hat man das Problem bestens gelöst!

Blick auf das Zentrum von Bratislava

Blick auf das Zentrum von Bratislava

Park in Zentrum von Bratislava

Park Hviezdoslavovo nam. im Zentrum von Bratislava

In einem schön gelegen Hotel an der Donau habe ich mich nach den Preisen erkundigt. Zu teuer, um wieder zu kommen und dort zu übernachten, war mein Fazit. Aber man kann preiswerter als in Wien und auch ganz ausgezeichnet essen. Diese Chance nehmen viele Touristen wahr. Eine Speisekarte in deutsch oder englisch liegt meist aus.

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Ich bin fast die gesamte Altstadt abgegangen. Sie ist großteils sehr schön gepflegt und hat auch viele einladende Sitzmöglichkeiten. Im Zentrum ist auch ein Tourismusbüro, am Bahnhof habe ich vergeblich danach gesucht, aber im Internet wird man für die Reisevorbereitung leicht fündig.

Krönungskirche, Kathedrale St. Martin

Krönungskirche, Kathedrale St. Martin

Krönungskirche, Konkathedrale, der Dom St. Martin

Selbstverständlich war ich auch in der Krönungskirche, aber der Besuch hat mich enttäuscht. Die Kirche ist eher schmucklos und das Aufsichtspersonal unfreundlich.

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Slovakisches Nationaltheater

Bratislava

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Altstadt von Bratislava

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

McDonald's am Hviezdoslavovo nam. in Bratislava

Markthalle Stara Strznica

Markthalle Stara Strznica

Manner Straßenbahn in Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Manner Straßenbahn

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Weil ich noch viel Zeit hatte, bin ich auch die Fussgängerbereiche außerhalb der Altstadt abgegangen. Viele junge Leute sind unterwegs, viele attraktive, kurzgeschürzte junge Frauen. Es gibt offenbar genügend Geld zum Shoppen, kein Wunder bauen doch die Slowaken pro Kopf die meisten Autos auf der ganzen Welt!

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Insgesamt war ich etwa 5 Stunden unterwegs und hatte danach den Eindruck doch wesentliches von Bratislava gesehen zu haben. Sprachprobleme hatte ich keine. Lohnt sich nun der Ausflug? Ein Tag Wien ist wahrscheinlich für Touristen interessanter, denke ich. Dies liegt nun weniger an Bratislava, als an den vielen Sehenswürdigkeiten in Wien.

Die touristische Infrastruktur muss noch verbessert werden, soll Bratislava als Zwillingsschwester Wiens mithalten können. Die vollständige Integration der Slowakei in die EU wird dabei helfen, aber auch die immer noch kräftigen Investitionen in die Stadterneuerung werden ihre Früchte tragen.

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fotogrüße aus Bratislava, Hauptstadt der Slowakei

Fahrradtouristen (entlang des Donauradweges) und Bootstouristen auf ihrer Donaukreuzfahrt werden Bratislava gerne als ihr Ziel wählen. Die Nähe zur Dunaj (im Gegensatz zu Wien, das ja eigentlich neben der Donau liegt) verleihen Bratislava, wie übrigens auch Budapest, einen Reiz, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


Ein Reisebericht von Helga Buchegger zu Budapest und Bratislava im Winter (2009). Sehr lesenswert!


INHALT

www.euxus.de/bratislava.html

Creative Commons Lizenzvertrag Otto Buchegger

Vielen Dank, jede Bestellung über dieses Amazon Link unterstützt meine Arbeit!!

 

HOME - Senioren besser verstehen Impressum zur Seniorenfreundlich Site Email an Otto Buchegger Suchen auf seniorenfreundlich Opa Otto Blog EUXUS - Reiseberichte aus Europa und den USA Buchegger Visitenkarte Die Kunst der Klugheit von Otto Buchegger Die Praxilogie, ein Ratgeber für Lebensmanagement Der Ewige Garten, ein virtueller Friedhof SPAPO - Die Spasspost Stamps Briefmarken Seite Homepage von Helga Buchegger Link für Amazon Bestellungen